Drei Mäuse, die die Welt anschauten (Fabel)
Es waren einmal drei Mäuse. Die erste kam aus Angst vor dem Licht nur nachts aus ihrem Loch und so sagte sie, dass die Welt hässlich und voller Gefahren sei. Die zweite kam nur zur Dämmerung, wenn sie Hunger hatte heraus, um etwas zu essen zu suchen, und so lebte sie in einer notgedrungenen und zu anstrengenden Welt. Die dritte dagegen ging bei Sonnenaufgang hinaus und kam abends zurück und erzählte allen, dass die Welt schön sei und es sich lohne sie jeden Tag zu leben.
So sind auch die Menschen. Einige beklagen sich leicht, andere leben als ob sie wütend wären, und wieder andere sind optimistisch: Es hängt vom Licht ab, das sie nutzen um die Realität zu sehen.
Fotografisch zusammengefasst klar angebracht freundlich. Übersetzt von paginarioattuale, paginarioteatro. Nicht nur Märchen, aber auch Überlegungen. http://paginariode.blogspot.com/
Samstag, 26. Februar 2011
Samstag, 19. Februar 2011
ES WAR EINMAL
IN DER HAUT DES GASTWIRTS
Es fanden sich einmal ein Politiker, ein Verrückter, eine Hexe und ein Zauberer, die auf Reise waren, abends in einem Wirtshaus wieder, um einen Happen zu essen bevor sie schlafen gingen. Aber an jenem Ort gab es keinen Wirt mehr, sei es, weil er weggelaufen war, weil er zu viele Schulden hatte, sei es, weil er einfach weggegangen war, weil er es satt hatte dort zu sein.
Die Stammgäste hatten einen heiligen Zorn: Es gab den, der seinen Arger an der Magd ausließ, den, der in der Küche trotzdem was zu essen suchte und es gab auch den, der in der allgemeinen Konfusion so frei war zu nehmen ohne zu bezahlen. Und doch war der Wirt weiterhin nicht da, während alle ihn vermissten.
Da stellte sich der Politiker auf einen Stuhl, erbat sich Ruhe und, nachdem er sie nicht bekommen hatte, ließ er sich lange in einer wunderbaren Ansprache gegen soziale Ungerechtigkeit und zu Gunsten der Notwendigkeit von Gastwirten aus und am Schluss schlug er vor wenigstens einen als Stellvertreter zu wählen. Als Antwort begannen die, die wollten, dass er bald aufhörte, in die Hände zu klatschen und machten großen Lärm, während die, die ihn nicht beachtet hatten, zu pfeifen begannen ohne zu erreichen, was jener gewollt hatte.
Der Verrückte nahm, als er das schöne Ergebnis gesehen hatte und nachdem er sich eine Schürze umgebunden hatte, ein Notizbuch in die Hand und erweckte den Anschein den, der fehlte, ersetzen zu können, aber es gab sofort welche, die sich über ihn lustig machten und ihn sogar schlecht behandelten.
Die Hexe, die bereits als sie jene Taverne gesehen hatte ihren Spaß gefunden hatte, dachte sie könne ihn vervollkommnen, indem sie die Sachen durcheinander brachte, und sie lief als Köchin verkleidet herum, in einer neuen Verkleidung, die sie niemals vorher anprobiert hatte. Aber weil Betrügereien keinem gefallen, gefiel sie, die sie machte noch weniger.
Da fühlte sich der Zauberer gezwungen eine Entscheidung zu treffen. Und obwohl es ihm wirklich missfiel Aussehen und Funktion zu verändern und nachdem er gesehen hatte, dass es keine andere Hoffnung mehr gab, verwandelte er sich, mit großem Opfer, aber schließlich mit Entschlusskraft, nachdem der Zauber des Falls ausgesprochen war, wie von Zauberhand wirklich in einen Gastwirt, und so begann er, obwohl er immer noch ohne Abendessen war, für das der anderen zu sorgen, denen, auch wenn sie ausgehungert waren, nichts gelungen war, außer Verwirrung zu stiften. Und weil er nichts von den anderen gefordert hatte, noch sich in die Fantasie geflüchtet hatte und sich auch nicht um sein eigenes Interesse gekümmert hatte, sondern sich stattdessen einfach zum Gastwirt gemacht hatte, um ausschließlich Gastwirt zu sein, wurde er sofort von allen mit Erleichterung angenommen. Tatsächlich kam mit der Ordnung auch schnell das Abendessen und alle konnten es essen und auch mit Genugtuung bezahlen.
Jetzt steht es jedem frei zu denken, dass das Wirtshaus unserer Welt, wie sie jetzt ist, ähnelt, aber wenn die Geschichte das ihrige zu sagen hat, dann muss der, der als Wirt diente, wie er sollte, und der, der ihn nachahmen will, wie er kann, damit es ihm gelingt jene Arbeit gut zu machen, auch heute noch Zauberei anwenden, welche die Kunst ist sich selbst vergessen zu können und sich in die Haut desjenigen, der es nötig hat, versetzen zu können, weil es einem ohne jene Verwandlung nie gelingen wird jemandem zu helfen.
Es fanden sich einmal ein Politiker, ein Verrückter, eine Hexe und ein Zauberer, die auf Reise waren, abends in einem Wirtshaus wieder, um einen Happen zu essen bevor sie schlafen gingen. Aber an jenem Ort gab es keinen Wirt mehr, sei es, weil er weggelaufen war, weil er zu viele Schulden hatte, sei es, weil er einfach weggegangen war, weil er es satt hatte dort zu sein.
Die Stammgäste hatten einen heiligen Zorn: Es gab den, der seinen Arger an der Magd ausließ, den, der in der Küche trotzdem was zu essen suchte und es gab auch den, der in der allgemeinen Konfusion so frei war zu nehmen ohne zu bezahlen. Und doch war der Wirt weiterhin nicht da, während alle ihn vermissten.
Da stellte sich der Politiker auf einen Stuhl, erbat sich Ruhe und, nachdem er sie nicht bekommen hatte, ließ er sich lange in einer wunderbaren Ansprache gegen soziale Ungerechtigkeit und zu Gunsten der Notwendigkeit von Gastwirten aus und am Schluss schlug er vor wenigstens einen als Stellvertreter zu wählen. Als Antwort begannen die, die wollten, dass er bald aufhörte, in die Hände zu klatschen und machten großen Lärm, während die, die ihn nicht beachtet hatten, zu pfeifen begannen ohne zu erreichen, was jener gewollt hatte.
Der Verrückte nahm, als er das schöne Ergebnis gesehen hatte und nachdem er sich eine Schürze umgebunden hatte, ein Notizbuch in die Hand und erweckte den Anschein den, der fehlte, ersetzen zu können, aber es gab sofort welche, die sich über ihn lustig machten und ihn sogar schlecht behandelten.
Die Hexe, die bereits als sie jene Taverne gesehen hatte ihren Spaß gefunden hatte, dachte sie könne ihn vervollkommnen, indem sie die Sachen durcheinander brachte, und sie lief als Köchin verkleidet herum, in einer neuen Verkleidung, die sie niemals vorher anprobiert hatte. Aber weil Betrügereien keinem gefallen, gefiel sie, die sie machte noch weniger.
Da fühlte sich der Zauberer gezwungen eine Entscheidung zu treffen. Und obwohl es ihm wirklich missfiel Aussehen und Funktion zu verändern und nachdem er gesehen hatte, dass es keine andere Hoffnung mehr gab, verwandelte er sich, mit großem Opfer, aber schließlich mit Entschlusskraft, nachdem der Zauber des Falls ausgesprochen war, wie von Zauberhand wirklich in einen Gastwirt, und so begann er, obwohl er immer noch ohne Abendessen war, für das der anderen zu sorgen, denen, auch wenn sie ausgehungert waren, nichts gelungen war, außer Verwirrung zu stiften. Und weil er nichts von den anderen gefordert hatte, noch sich in die Fantasie geflüchtet hatte und sich auch nicht um sein eigenes Interesse gekümmert hatte, sondern sich stattdessen einfach zum Gastwirt gemacht hatte, um ausschließlich Gastwirt zu sein, wurde er sofort von allen mit Erleichterung angenommen. Tatsächlich kam mit der Ordnung auch schnell das Abendessen und alle konnten es essen und auch mit Genugtuung bezahlen.
Jetzt steht es jedem frei zu denken, dass das Wirtshaus unserer Welt, wie sie jetzt ist, ähnelt, aber wenn die Geschichte das ihrige zu sagen hat, dann muss der, der als Wirt diente, wie er sollte, und der, der ihn nachahmen will, wie er kann, damit es ihm gelingt jene Arbeit gut zu machen, auch heute noch Zauberei anwenden, welche die Kunst ist sich selbst vergessen zu können und sich in die Haut desjenigen, der es nötig hat, versetzen zu können, weil es einem ohne jene Verwandlung nie gelingen wird jemandem zu helfen.
Freitag, 11. Februar 2011
ES WAR EINMAL
Eine Ressource ohne Grenzen
Es war einmal ein Kind, das wie jedes Kind alles brauchte. Und, um seine Wünsche zu erfüllen, brauchte man einen Diener, der es zufrieden stellen konnte.
Aber man fand keinen, der fähig war seine Wünsche soweit zu erfüllen: ihm zu essen zu geben, es sauberzumachen, es anzuziehen, es reden zu lassen und ihm zuzuhören, wenn es weinte oder wenn es lachte oder, was häufig vorkam, wenn es nicht vernünftig zu denken schien.
Und, weil es wirklich nicht gelang einen so guten Diener zu finden, bemerkte man bald, dass schon eine Mutter bei ihm war, die mehr als das Nötige tat.Von da an begannen die Leute die Liebe zu verstehen und sie von dem zu unterscheiden, was nur so scheint, aber wie falsche Münze klingt.
Und, weil das Leben der Kinder voller Ressourcen ist und grenzenlos scheint, hat auch die Liebe keine Grenzen, sie hat kein Alter und stirbt niemals.
Vedi anche: paginarioattuale.blogspot.com
Es war einmal ein Kind, das wie jedes Kind alles brauchte. Und, um seine Wünsche zu erfüllen, brauchte man einen Diener, der es zufrieden stellen konnte.
Aber man fand keinen, der fähig war seine Wünsche soweit zu erfüllen: ihm zu essen zu geben, es sauberzumachen, es anzuziehen, es reden zu lassen und ihm zuzuhören, wenn es weinte oder wenn es lachte oder, was häufig vorkam, wenn es nicht vernünftig zu denken schien.
Und, weil es wirklich nicht gelang einen so guten Diener zu finden, bemerkte man bald, dass schon eine Mutter bei ihm war, die mehr als das Nötige tat.Von da an begannen die Leute die Liebe zu verstehen und sie von dem zu unterscheiden, was nur so scheint, aber wie falsche Münze klingt.Und, weil das Leben der Kinder voller Ressourcen ist und grenzenlos scheint, hat auch die Liebe keine Grenzen, sie hat kein Alter und stirbt niemals.
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Donnerstag, 3. Februar 2011
Sonntags Kirchen 06 03 11
5. SONNTAG IM JAHRESKREIS
Ihr seid das Salz der Erde. Ihr seid das Licht der Welt. (Mt 5,13-16).
EIN ideal, um danach zu leben.
Ein Ziel, um es zu erreichen
Das Salz bewahrt (erhält).
Das Salz ist das Bild
der deduktiven Kenntnis.
Das Licht beleuchtet.
Das Licht ist das Bild
der induktiven Kenntnis.
Sieh: conoscenza intuitiva (in italiano) paginariofilosofia.blogspot.com
Ihr seid das Salz der Erde. Ihr seid das Licht der Welt. (Mt 5,13-16).
EIN ideal, um danach zu leben.
Ein Ziel, um es zu erreichen
Das Salz bewahrt (erhält).
Das Salz ist das Bild
der deduktiven Kenntnis.
Das Licht beleuchtet.
Das Licht ist das Bild
der induktiven Kenntnis.
Un Ideale da vivere Una meta da raggiungere!
Wer will meine Übersetzung korrigieren ?
Sieh: conoscenza intuitiva (in italiano) paginariofilosofia.blogspot.com
Montag, 31. Januar 2011
Maximen
PROBLEME
Wer sich von Problemen aufregen lässt, der vertut Zeit in dieser Erregung,
wer nach Lösungen sucht, der verschwendet keine Zeit auf dem Weg zum Ziel.
Wer sich von Problemen aufregen lässt, der vertut Zeit in dieser Erregung,
wer nach Lösungen sucht, der verschwendet keine Zeit auf dem Weg zum Ziel.
Freitag, 21. Januar 2011
Sonntags Kirchen 23 01 11
ES WAR EINMAL
KÖNIG PRINZ und DIENER
Es war einmal ein glückliches Land mit einem noch glücklicheren König, weil sein Sohn, der Erbprinz, der klügste und beste aller Prinzen aller Länder, die im Reich der Märchen existierten, war. Deswegen hatte der König ihn zum Regenten ernannt und, unter seiner Herrschaft, erfreuten sich die Untertanen eines unvergleichlichen Friedens und eines wachsenden Wohlstands, wie es vorher niemals etwas Vergleichbares gegeben hatte. Und trotzdem, leider...
Leider erkrankte der Prinz eines Tages an einer seltsamen Krankheit, auch wenn sie damals häufig genug vorkam und vielleicht auch heute nicht allzu selten ist. Anfangs bemerkte es niemand; der Prinz war nur etwas düsterer Stimmung geworden und neigte zum Pessimismus, aber so mancher dachte momentan, dass all dies von der Sorge um die Staatsgeschäfte herrührte. Dann wurde er mürrisch, er ärgerte sich wegen nichts: er bestrafte einige Funktionäre zu streng und stritt auch mit manchem Angestellten, der weder viel, noch wenig damit zu tun hatte. Ein anderes Mal verprügelte er aufs Schlimmste auch den treuesten Diener, und inzwischen gab es bei Hof niemanden mehr, der nicht Recht damit gehabt hätte sich über ihn zu beklagen. Eines Tages dann nahm er ein Schwert in die Hand und verfolgte den Ersten Minister, der eher wegen dem Schrecken, als wegen der Verletzung zu sterben drohte.
Kurz und gut, alle verstanden schließlich, dass der Prinz verrückt geworden war, so verrückt, dass man ihn eiligst ins Krankenhaus bringen musste.tellt euch den König vor, dem alle vorwarfen, seinem Sohn die Sorgen aufgebürdet zu haben... Stellt euch den Ersten Minister vor, der wiederum nicht so tot war, wenn er sich so beleidigt zeigte...
Stellt euch die anderen, zu Unrecht beschuldigten Minister vor..., die misshandelten Diener..., die mit Bußgeld belegten Angestellten...
Alle hatten ihre berechtigten Beschwerden, alle waren empört.
So kam der Erste Minister zum König und sagte: „Lass mir Gerechtigkeit zuteil werden!” Und der König verstand, dass er Recht hatte. Dann kamen die anderen Minister, einer nach dem anderen, immer um Gerechtigkeit zu fordern, dann kamen die Funktionäre, die Angestellten, die Diener; alle um ihren Teil einzufordern und der König verstand immer, dass er allen Genugtuung geben musste. Und doch verstand keiner, weder die Minister, noch die Funktionäre, noch alle anderen, den Schmerz des Königs. So saß er mit geneigtem Haupt auf dem Thron und mit der Krone in den Händen schien auch diese ihm zu viel zu wiegen.
Und, nachdem er die Augen gehoben hatte, nach einem Seufzer, sah er den Diener, der vom Prinzen so verprügelt worden war und er wandte sich an ihn und sagte: „Und du, verlangst du nicht, dass ich dir Gerechtigkeit zuteil werden lasse?” Aber der Diener antwortete ihm: „Anstatt, dass ich Gerechtigkeit bekomme, was würde ich zahlen, um dem Prinzen seine Gesundheit zurückzugeben!”
Bei diesen Worten öffnete sich das Herz des Königs für die Hoffnung und den Trost, weil er fühlte, dass jener Diener seinen Schmerz verstanden hatte. So hatte er ihn von da an immer in seiner Nähe. Wenn er ein Staatsproblem hatte, fragte er nach seiner Meinung, wenn er einen Auftrag zu vergeben hatte, gab er ihn gern ihm, wenn er mit jemandem zu sprechen hatte, ließ er ihn zuerst mit ihm sprechen.
Weil jener Diener eine einfache Person war, aber seinen König liebte.
Genug! In kurzer Zeit wurde der Diener, der alles tat, worum der König ihn bat, in der Tat der Erste Minister, Heerführer, Richter über die anderen Richter, und bei Hof tat man nichts ohne ihn, noch existierte im ganzen Land jemand, der wichtiger war als er.
Und die Pagen, die Butler, die Diener, die Angestellten, die Funktionäre, die Minister und alle fragten sich: „Warum hat der König als Ersten Minister einen Diener?” Aber der König sagte: „Er hat meinen Schmerz verstanden; sicherlich wird er auch die Bedürfnisse meiner Leute verstehen!”
Und tatsächlich gab es keine besser regierten und glücklicheren Untertanen als jene und es gab kein reicheres und glücklicheres Land als jenes und außerdem, da das Glück nie allein kommt, wurde kurz darauf auch der Prinz gesund, und so wird es nie einen froheren und glücklicheren König als jenen geben, tatsächlich hatte er einen gesunden Prinzen, eine gute Regierung, zufriedene Untertanen, aber vor allem hatte er einen Freund gefunden, jenen Diener, der seine eigenen Rechte zu vergessen wusste, um die von dem zu verstehen, der von Anklagen und vom Schmerz erdrückt wurde.
Und so ist auch heutzutage wer einen Freund findet, der ihn versteht, wie ein glücklicher König, aber noch glücklicher ist der, der sich selbst vergessen kann, um die anderen zu verstehen. Wenn er nicht schon der wichtigste Mann des Landes ist, ist er bereits auf dem besten Weg es wirklich zu werden.
Es war einmal ein glückliches Land mit einem noch glücklicheren König, weil sein Sohn, der Erbprinz, der klügste und beste aller Prinzen aller Länder, die im Reich der Märchen existierten, war. Deswegen hatte der König ihn zum Regenten ernannt und, unter seiner Herrschaft, erfreuten sich die Untertanen eines unvergleichlichen Friedens und eines wachsenden Wohlstands, wie es vorher niemals etwas Vergleichbares gegeben hatte. Und trotzdem, leider...
Leider erkrankte der Prinz eines Tages an einer seltsamen Krankheit, auch wenn sie damals häufig genug vorkam und vielleicht auch heute nicht allzu selten ist. Anfangs bemerkte es niemand; der Prinz war nur etwas düsterer Stimmung geworden und neigte zum Pessimismus, aber so mancher dachte momentan, dass all dies von der Sorge um die Staatsgeschäfte herrührte. Dann wurde er mürrisch, er ärgerte sich wegen nichts: er bestrafte einige Funktionäre zu streng und stritt auch mit manchem Angestellten, der weder viel, noch wenig damit zu tun hatte. Ein anderes Mal verprügelte er aufs Schlimmste auch den treuesten Diener, und inzwischen gab es bei Hof niemanden mehr, der nicht Recht damit gehabt hätte sich über ihn zu beklagen. Eines Tages dann nahm er ein Schwert in die Hand und verfolgte den Ersten Minister, der eher wegen dem Schrecken, als wegen der Verletzung zu sterben drohte. Kurz und gut, alle verstanden schließlich, dass der Prinz verrückt geworden war, so verrückt, dass man ihn eiligst ins Krankenhaus bringen musste.tellt euch den König vor, dem alle vorwarfen, seinem Sohn die Sorgen aufgebürdet zu haben... Stellt euch den Ersten Minister vor, der wiederum nicht so tot war, wenn er sich so beleidigt zeigte...
Stellt euch die anderen, zu Unrecht beschuldigten Minister vor..., die misshandelten Diener..., die mit Bußgeld belegten Angestellten...
Alle hatten ihre berechtigten Beschwerden, alle waren empört.
So kam der Erste Minister zum König und sagte: „Lass mir Gerechtigkeit zuteil werden!” Und der König verstand, dass er Recht hatte. Dann kamen die anderen Minister, einer nach dem anderen, immer um Gerechtigkeit zu fordern, dann kamen die Funktionäre, die Angestellten, die Diener; alle um ihren Teil einzufordern und der König verstand immer, dass er allen Genugtuung geben musste. Und doch verstand keiner, weder die Minister, noch die Funktionäre, noch alle anderen, den Schmerz des Königs. So saß er mit geneigtem Haupt auf dem Thron und mit der Krone in den Händen schien auch diese ihm zu viel zu wiegen.
Und, nachdem er die Augen gehoben hatte, nach einem Seufzer, sah er den Diener, der vom Prinzen so verprügelt worden war und er wandte sich an ihn und sagte: „Und du, verlangst du nicht, dass ich dir Gerechtigkeit zuteil werden lasse?” Aber der Diener antwortete ihm: „Anstatt, dass ich Gerechtigkeit bekomme, was würde ich zahlen, um dem Prinzen seine Gesundheit zurückzugeben!”
Bei diesen Worten öffnete sich das Herz des Königs für die Hoffnung und den Trost, weil er fühlte, dass jener Diener seinen Schmerz verstanden hatte. So hatte er ihn von da an immer in seiner Nähe. Wenn er ein Staatsproblem hatte, fragte er nach seiner Meinung, wenn er einen Auftrag zu vergeben hatte, gab er ihn gern ihm, wenn er mit jemandem zu sprechen hatte, ließ er ihn zuerst mit ihm sprechen.
Weil jener Diener eine einfache Person war, aber seinen König liebte.
Genug! In kurzer Zeit wurde der Diener, der alles tat, worum der König ihn bat, in der Tat der Erste Minister, Heerführer, Richter über die anderen Richter, und bei Hof tat man nichts ohne ihn, noch existierte im ganzen Land jemand, der wichtiger war als er.
Und die Pagen, die Butler, die Diener, die Angestellten, die Funktionäre, die Minister und alle fragten sich: „Warum hat der König als Ersten Minister einen Diener?” Aber der König sagte: „Er hat meinen Schmerz verstanden; sicherlich wird er auch die Bedürfnisse meiner Leute verstehen!”
Und tatsächlich gab es keine besser regierten und glücklicheren Untertanen als jene und es gab kein reicheres und glücklicheres Land als jenes und außerdem, da das Glück nie allein kommt, wurde kurz darauf auch der Prinz gesund, und so wird es nie einen froheren und glücklicheren König als jenen geben, tatsächlich hatte er einen gesunden Prinzen, eine gute Regierung, zufriedene Untertanen, aber vor allem hatte er einen Freund gefunden, jenen Diener, der seine eigenen Rechte zu vergessen wusste, um die von dem zu verstehen, der von Anklagen und vom Schmerz erdrückt wurde.
Und so ist auch heutzutage wer einen Freund findet, der ihn versteht, wie ein glücklicher König, aber noch glücklicher ist der, der sich selbst vergessen kann, um die anderen zu verstehen. Wenn er nicht schon der wichtigste Mann des Landes ist, ist er bereits auf dem besten Weg es wirklich zu werden.
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